Nach dem problemlosen Grenzübertritt, bei dem wir dem Zöllner ein Bier spendierten, war unsere erste grosse Station der Kgalakgadi Transfrontier Park ganz im Norden des Landes, ein gemeinsam von Südafrika und Botswana geführter Nationalpark, der berühmt für die Kalahari-Löwen sein soll.
Da es am selben Tag schon zu spät war in den Park zu fahren, blieben wir eine Nacht bei den "Kalahari Trails", einem kleinem Schutzgebiet, dass von einer sehr schrägen Frau geführt wird. Die hat ihr halbes Leben damit zugebracht das Verhalten von Zwergmungus zu studieren. Wir hatten auf jedem Fall einen Fetzen Gaudi, als wir Nachts durch die Dünen gefahren sind. Mit Bier und den richtigen "Tunes".
Als wir schon wieder auf dem Rückweg waren, fiel dann plötzlich das Licht an unserem Toyo aus. Zum Glück hatten wir noch die Handlampe, sonst wären wir komplett im Dunkeln gestanden.
Am nächsten Tag sind wir dann in den Kgalakgadi Transfrontier Park gefahren. Der Park ist auf der botswanischen Seite wesentlich billiger, und so haben wir uns entschlossen gleich 5 Tage hier zu verbringen. Schliesslich wollten wir ja endlich die Löwen sehen…
Am ersten Tag sind wir zielmlich weit in den Norden des Parks gefahren. Die Löwen haben wir einmal nur um ein paar Minuten verpasst.
Nur die Spuren waren zu sehen.
Um wirklich auf die botswanische Seite zu kommen, muss man ca. 200km quer durch die Kalahari fahren.
Der Sand war ziemlich tief und weich, und gleich an der ersten grossen Düne sind wir hängengeblieben. Also Luft raus aus den Reifen. Bislang waren wir dazu immer zu faul, da wir ja von Hand wieder aufpumpten müssten. Ausserdem dachten wir nicht, dass der Effekt so gross sein würde - denkste.
Auf etwa halben Weg gab es dann die erste Campsite. Eigentlich war es nur ein Schild in der Wildnis, sonst keinerlei Einrichtungen, von Wasser ganz zu schweigen. Wir waren natürlich voll ausgerüstet mit reichlich Wasser und Verpflegung, trotzdem kam es uns schon ein bisschen seltsam vor.
Schliesslich fahren hier ja auch Leute rum, die sich vielleicht einen Geländewagen gemietet haben und davon ausgehen, dass an den Campingplätzen etwas mehr vorhanden ist als ein Schild "Campsite". Es ist ja nun nicht so, dass hier alle halbe Stunde einer vorbeifährt.
Auf der botswanischen Seite gab's eigentlich auch nicht mehr zu sehen. Die Löwen haben sich jedenfalls nicht so recht rausgetraut. Trotzdem ist es schon ein seltsames Gefühl abends mit den Klappstühlen mitten in der Kalahari zu sitzen, mit dem Wissen dass es die Löwen auch gibt.
Auf dem Rückweg haben wir dann unsrere Löwenaufspürtaktik geändert. So ca. alle 50km hatten wir einen Platten, und so haben wir uns insgesamt 4 Mal als Futter angepriesen, während wir die Reifen wechselten. Aber nüscht war, nur haufenweise Spuren.
Letztendlich haben wir uns gedacht, dass hier irgendeiner rumläuft und die Spuren legt, damit es so aussieht als gäbe es Löwen. Derjenige, der für das Gebrüll zuständig ist hatte wohl gerade Urlaub ;-)
Als wir schon wieder auf der südafrikanischen Seite waren bemerkten wir ein sehr unangenehmes Geräusch vom rechten Vorderrad.
Die Vermutung war richtig: Das Radlager wollte nicht mehr so richtig. Natürlich passiert sowas immer in der Mitte von nirgendwo. Die nächste Werkstatt in Upington war ca. 350km entfernt. Glücklicherweise drehte sich das Rad noch bis dorthin.
Die nächsten Tage verbrachten wir auf dem Weg nach Cape Town. Bis auf das Namaqua-Land mit seinen herrlichen Blumenfeldern gab es aber nicht so recht was her.
In Cape Town haben wir einen neuen Versuch unternommen die Verschifferei geregelt zu bekommen. Also rein ins "Safmarine"-Gebäude, eines der höchsten in der Stadt.
Zu unserem Glück war das Büro im obersten Stockwerk, und so genossen wir erst mal den herrlichen Ausblick über die Stadt und den Tafelberg. Es stellte sich heraus, dass Durban wohl der beste Ort für die Verschiffung sei, da es der grösste Hafen in Südafrika ist. Ansonsten hat uns Kapstadt nicht so von den Socken gehauen. Es scheint eher ein Vergnügungspark mit Stadt zu sein. Wohnen tut man ausserhalb.
Auf jeden Fall haben wir uns die Stadt irgendwie aufregender vorgestellt. Auf unserem Weg an der Küste entlang Richtung Nordosten haben wir dann noch Wale gesehen, die sich um diese Jahreszeit hier aufhalten. Die waren vielleicht 50m von der Küste entfernt, bliessen Wasserfontainen und sprangen auch ein paar Mal.
Ungefähr zw. East London und Port Edwards fährt man dann durch die sog. "Transkai", eine Gegend in der zu Zeiten der Apartheid die Schwarzen lebten, die im restlichen Südafrika keine Arbeit bekamen. Auch heute noch ist dieser Teil des Landes weit schlechter entwickelt, ein ziemlicher Kontrast zum restlichen, doch recht aufgeräumten Südafrika.
In Durban angelangt organisierten wir den Schiffstransport und machten uns dann auf zum Hluhluwe Nationalpark (sprich: Schlaschluwi), unser letzter Versuch die Löwen zu sehen. Die gab's zwar wieder nicht, doch haben wir wenigens eine Hyäne gesehen. Das sind auch die totalen Hosenscheisser. Kaum steigt man aus dem Auto, ist sie auch schon weg.
Im Park muss man fast aufpassen keine Nashörner über den Haufen zu fahren, so viele laufen da rum.
Unterwegs viel uns auf, dass irgendwas mit der Kühlung des Motors nicht so ganz stimmt. Sobald man stehen blieb wurde er heiss. Im Park konnten wir aber nicht so recht was machen, also fuhren wir weiter bis in die nächste grössere Stadt. Natürlich war Samstag, und wir haben gerade noch so eine Werkstatt gefunden, die kurzerhand das Thermostat, das klemmte, mit zwei Löchern durchbohrten.
So sind wir dann weiter nach Lesotho gefahren. Auf dem Weg dorthin bemerkten wir, dass als Folge des defekten Thermostats der Kühler tropfte. Wir kippten also eine Dose Kühlerdicht rein - alles bestens.
Lesotho ist eine "Insel" in Südafrika, welche auch das richtige Afrikafeeling aufkommen lässt. Das Land liegt sehr hoch, und wir fuhren über mehrere hohe Pässe (höchster Pass 3270m) Richtung Süden, um über den Sani-Pass wieder nach Südafrika einzureisen. Irgendwo in den Bergen haben wir dann unser Camp aufgeschlagen, auf ca. 2500m Höhe. Nachts wurde es ziemlich kalt. Die Temperatur fiel weit unter null Grad. Natürlich ist bei der provisorischen Reparatur der Kühlerfrostschutz ausgelaufen und wir haben nur Wasser nachgefüllt. So mussten wir alle 2 Std. kurz den Motor anwerfen, damit sich der Schaden durch gefrierendes Wasser nicht noch vergrössert.
Der Sani-Pass selbst ist wunderschön, die sehr steile Schotterstrasse windet sich in zahlreichen Kehren nach Südafrika hinunter. Eigentlich wollten wir noch bis Pietermaritzburg fahren. Doch irgendwie war der Weg weiter, als wir dachten, und es wurde langsam dunkel. Da wir bis dahin das Licht noch nicht reparieren konnten fuhren wir erst mal mit Standlicht weiter, was hier auch gar nichts ungewöhnliches ist, auch wenn es stockfinster ist.
An der nächstbesten Tankstelle wollten wir dann noch schnell eine "quick and dirty"-Lösung für das Lichtproblem basteln. Die Tankstelle war voll von Schwarzen, die ihre Minibusse säuberten. Es lief übelster Gangsterbeat und es war aber wie bislang immer alles halb so wild.
Während Gunter (der faule Sack) ein bisschen mit den Leuten plauderte, bastelte Claus (die arme Sau) am Licht.
Glücklicherweise fanden wir den Fehler, wenn auch nur durch Zufall. Ein Kabel war gebrochen, zum Glück an einer Stelle, an die man leicht hinkamm.
In Pietermaritzburg haben wir uns dann ein neues Thermostat besorgt und liessen den Kühler reparieren, alles easy.
Wieder in Durban zurück hingen wir noch ein paar Tage in einem sehr angenehmen Backpacker Gasthaus ab, und genossen Bier und Wein und andere interessante Sachen, bis wir am 3.10.04 unser Auto in den Containter packten.
Leider durften wir nicht auf dem Frachtschiff mitfahren, deshalb flogen wir von Johannesburg nach Rio de Janeiro ...
... und noch ein paar Bilder aus Lesotho