An der Grenze von Namibia erzählte man uns, dass eine Roadtax fällig ist.
Die Grenzer erklärten uns, wo diese zu entrichten sei, wir fanden aber nichts, -tscha, was sollen wir denn da machen. Wir wurden unterwegs und
an der Grenze nach Südafrika danach gefragt, mussten aber nie nachzahlen, weil uns jeder erklärte, dass das ja schliesslich nicht unser Problem wäre (sag ich doch).
Hier mussten wir zu unserem Leidwesen feststellen, dass ganz Namibia voll Zäune ist, die uns das Wildcampen sehr erschwerten.
Die Orte sind auch extrem seltsam. Manche scheinen Öffnungszeiten zu haben, die Strassen waren wie leer gefegt, da war gar nüscht los. Andere sahen wie die Kulissen der "Truman Show" aus.
Die erste grössere Aktion war der Besuch der Etosha-Pan, ein Nationalpark. Auf dem Weg dorthin kamen wir auf einem total durchgestylten Campingplatz Namens "Sachsenheim" unter. Wir stellten sehr bald fest, dass hier alles ein bisschen deutscher als in Deutschland selbst ist. Man spricht deutsch, es gibt Graubrot, Rathaus und Altes Gericht, Eisbein und Schweinsbraten, sowie Bier, gebraut nach dem "deutschen Reinheitsgebot" und nicht zu vergessen die deutschsprachigen, christlichen Radiosender.
Nach Etosha sind wir nach Twyfelfontain gefahren, um dann querfeldein am Doros Krater vorbei nach Brandberg West-Mine zu gelangen. Erst war die Landschaft voll mit Riesenmurmeln, von denen so manche verdächtig locker auf den Felsen lagen. Später wurde es sehr vulkanisch.
Wir übernachteten auf halben Weg in einer Schlucht, die voller Viecher war.
Beim Feuerholz suchen sind wir auf Katzenspuren gestossen, die wir später einwandfrei als Löwentatzen identifizierten. Holz gab es nicht so viel, aber Elefantenscheisse brennt auch verflucht gut.
Nach 2 Tagen sahen wir dann wieder die ersten Menschen und die Weiterfahrt zum Atlantik war stink langweilig. Da gab es absolut nichts zu sehen und die Schotterpiste ging immer geradeaus.
Als wir dann endlich am Meer angekommen waren, stellten wir fest, dass da auch nicht so viel los ist. Es war übelst kalt, neblig und die Orte (oder besser gesagt, Ansammlung von Häusern) hatten auch solche wohlklingenden Namen wie: Mile 108, Mile 75 oder Aus. So richtig gemütliche Plätzchen.
Da es dunkel war fuhren wir auf den Campingplatz Mile 4, der den Charme eines Flüchtlingslager hatte (wir waren auch die einzigsten auf den über 100 Stellplätzen).
Im Hafen von Walvisbaii (Whalfishbay) erkundigten wir uns erstmals nach der Verschifferei, um mal ein Gefühl für die Preise zu bekommen.
Am Abend übernachteten wir auf einem Zeltplatz in Swakopmund. Es war wie fast immer nasskalt und windig, als wir gemütlich im Auto unsere leckeren Steaks assen. Plötzlich klopfte es an unserem Fenster. Wir blickten hinaus und sahen nur die dunkle Nacht, doch halt! Wir erschraken als wir plötzlich 2 weisse Augen und weisse Zähne aus der Dunkelheit herausleuchten sahen - Ähnlich wie in einem Trickfilm, wenn plötzlich das Licht ausgeht. Es war der Wachmensch, bei dem wir noch zahlen mussten.
Am nächsten Tag ging's über Schotterpisten Richtung Windhoek, wo wir uns das erstemal ein richtig leckeres Menü gönnten. Es gab Springbock mit Pfeffersosse, Bratkartoffeln und Brokoli und als Nachtisch Pudding mit Früchten und Torte...
Natürlich mussten wir auch zu den Sanddünen von Soussosvlei, welche eine Höhe von bis zu 300m erreichen sollen - echt beeindruckend.
Wie wir erfuhren, haben dort wohl hungrige Hyänen ein paar im Freien schlafende Touristen angeknappert. So wussten wir wenigstens, dass es hier welche gibt, konnten aber leider nur das Gehäule hören (Claus wollte ja nicht als Köder draussen pennen).
Von dort ging's immer an den Zäunen entlang rüber zum Südeingang des Kalahari Nationalparks in Südafrika.
Namibia war schon echt schräg, aber wir mögen es….