Egypt Africa Ethiopia
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Nach der nicht gerade angenehmen Schiffahrt kamen wir in Wadi Halfa im "Nile Hotel" unter, - wobei "Hotel" nicht so ganz das richtige Wort dafür ist. Wir hatten halt ein Bett. Das Nest war eigentlich nur eine Häuseransammlung in der Wüste. Das alte Wadi Halfa samt original "Nile Hotel" ist im Nasser Stausee untergegangen.
Am Abend assen wir in einem der Restaurants. Die Menschen waren völlig anders als die Ägypter, freundlich, ruhiger und - warum auch immer - intelligenter. Wir sassen also in dem Restaurant mit einem Franzosen, einem Deutschen (der mit dem Fahrrad um die Welt fahren will) und einem Inder an einem Tisch und hatten den voll lustigen Abend. Keiner hatte positiv über Ägypten gesprochen. Der Inder hatte aber voll den "Vogel abgeschossen" und wusste die unglaublichsten Geschichten zu erzählen. Kurz gesagt: Er drehte den Spiess um und verarschte die Ägypter nach Strich und Faden. So stieg er mal in ein Taxi, welches genau gegenüber vom Ziel stand, also nur wenige Meter entfernt, und sagte zu dem Fahrer: "Ich zahle 12,-US$ (sehr, sehr viel für ein Taxi in Cairo), muss aber pünktlich zu einem sehr wichtigen Termin kommen - schaffen sie das? (natürlich nach Absprache des Ziels und der Zeit) Der Taxifahrer nickte, sah aber nur das Geld und fuhr los. Nach einer halben stunde und vielen Rumgefrage, fand er letztendlich das Ziel, welches ja genau auf der gegenüber liegenden Seite des Ausgangspunkt war. Obwohl er viel zu spät war, wollte er die 12 Dollar - der Inder hat ihn aber nur an das Abkommen erinnert und hat ihn stehen lassen... Ein anderes Mal hat er mitten auf dem Markt einen riesen Aufstand gemacht, als ihn ein Händler am Handgelenk fasste, um ihn in seinen Laden ziehen (wie das in Ägypten so üblich ist). Er hat wohl sofort rumgeschriehen: "PLEASE HELP! ... MY WATCH, WHERE IS MY WATCH - POLICE! I'M A TOURIST - HINDU! ...POLICE!...POLICE!..." Der Typ hat ihn natürlich losgelassen, war total überfordert und hat sich verdrückt ... niemand hat ihn daraufhin jemals wieder auf diesen Markt angefasst und versucht in seinen Laden zu ziehen.
So ging das den ganzen Abend und wir haben uns totgelacht... Schliesslich bekamen wir am nächsten Tag unser Auto am spaeten Nachmittag aus dem Hafen. Dort war vielleicht ein Chaos! Es haben sich Szenen abgespielt, unglaublich. Keiner blickte durch und heulende Menschen liefen umher. Es soll sonst nicht so krass zu gehen, aber es muss wohl so gewesen sein, dass viele aus Libyen über Ägypten in den Sudan eingereist sind - warum auch immer. Wir kamen aber glücklicherweise noch am selben Tag aus Wadi Halfa weg und fuhren noch eine Weile über die extrem schlechte Waschbrettpiste, um irgendwo in der Wüste zu übernachten.
Die Piste war echt übel... Wellblech und dann wieder tiefe, grosse Löcher. Wir dachten die Karre fällt jeden Moment auseinander. Das Armaturenbrett vibrierte so sehr, das man von den Instrumenten nix mehr ablesen konnte. Fährt man Schrittempo, kommt man sich wie auf einem Gaul vor, fährt man schneller, riskiert man hinter einem Hügel in eines der tiefen Löscher zu donnern.
So polterten wir durch die Wüste bis wir den Nil erreichten. Weil aber die Ufer des Nils komplett bevölkert sind, fanden wir keinen abgelegenen Stellplatz. Es stand hier Haus an Haus. So ergab es sich, dass wir bei einfachen, sehr freundlichen Bauern im Hof unter freien Himmel übernachten konnten. Nach 3 Tagen hatten wir so die erste Dusche und sie machten extra für uns ihre Betten frei - wir durften einfach nicht im Auto pennen. Ein wirklich leckeres Abendbrot gab es auch noch - wir waren begeistert. Am naechsten Tag fuhren wir Onkel und Grossvater ins Krankenhaus, sie wollten einen Verwandten besuchen. So konnten wir uns wenigstens revanchieren.
In Dongola meldeten wir uns bei der Polizei, um das obligatorische Travel-Permit abzuholen. Die weitere Strecke am Nil entlang war sehr schön, es hatte aber auch hin und wieder recht tiefen, weichen Sand. Irgendwann führten die Spuren in alle möglichen Himmelsrichtungen, Schilder gab es keine. Wir wählten offensichtlich den falschen Track und so kamen wir immer weiter vom Nil ab. Beim Versuch wieder zum Nil zurückzukehern waren wir ständig kurz vorm einsanden. Weil wir auch keinen Kompressor hatten, waren wir auch zu faul, die Luft aus den Reifen zu lassen - es ging ja auch gerade so. Die Dörfer waren alle verblüffend sauber und schön anzusehen. Schliesslich sahen wir nach ca. 600km übelster Piste den ersten Asphalt.
Wir übernachteten abermals in der Wüste und errreichten am naechten Tag Khartum. In der Stadt sahen wir dann den ersten Wegweiser nach "Khartum", echt toll. In Khartum geht es relativ gesittet zu. Wir assen ein wenig, tankten und fuhren dann weiter Richtung Wad Medani. Dort tauschten wir unsere restlichen EP in sudanesische Dinar und fanden einen recht idyllischen Stellplatz an einem kleinen Fluss. Die Ausreise aus dem Sudan war problemlos, und wir übernachteten auf der äthiopischen Seite in Metemma in einer billigen Absteige.

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